Stadtwerke Bonn geben Update zu den Stadtbahnen

Im Sinne einer verantwortungsvollen und transparenten Unternehmensführung haben die Stadtwerke Bonn am Freitag, 24. Juli, umfassend Rede und Antwort gestanden rund um die aktuelle Situation der aus dem Verkehr genommenen B-Wagen-Flotte.
Sicherheit als oberste Priorität
Präventiv hatten SWB Bus und Bahn sowie SSB (Elektrische Bahnen der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises) gemeinsam mit der Technischen Aufsichtsbehörde (TAB) am Montag, 20. Juli, entschieden, 60 Fahrzeuge der betroffenen Baureihen vorübergehend von der Schiene zu nehmen. Erste Ergebnisse der aktuell laufenden Untersuchung zeigen ein komplexes Bild historisch gewachsener technischer Abweichungen, unter anderem bei Radsatzwellen, Kupplungssystemen und Federspeicherbremsen.
Anja Wenmakers, Geschäftsführerin von SWB Bus und Bahn, betont: „Sicherheit ist das Fundament unseres Handelns. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, haben wir bereits in den vergangenen Monaten eine umfassende technische Bestandsaufnahme unserer B-Wagen-Flotte durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen ein differenziertes Bild: Während der Großteil der identifizierten Themen als ‚beherrschbar‘ eingestuft wird, haben wir bei einzelnen Punkten sofortige und konsequente Maßnahmen ergriffen und gemeinsam mit der TAB entschieden, 60 B-Stadtbahnwagen von der Schiene zu nehmen. Sicherheit geht vor Schnelligkeit, wir nehmen uns die Zeit, die es braucht, für die intensivierte Prüfung unserer Fahrzeuge.“
Konzernebene und Aufsichtsrat fordern lückenlose Aufklärung
Die Aufarbeitung der technischen Sachverhalte wird mit höchster Priorität auf allen Ebenen des Konzerns vorangetrieben.
Marco Westphal, kommissarischer Vorsitzender der Konzerngeschäftsführung, erklärt dazu: „Die aktuelle Situation betrifft nicht nur SWB Bus und Bahn. Deshalb steht die gesamte SWB-Gruppe zusammen. Deshalb begleiten wir die Aufarbeitung auf Ebene der Konzerngeschäftsführung mit höchster Priorität. Die Geschäftsführungen arbeiten in dieser Situation eng und abgestimmt zusammen. Anja Wenmakers verantwortet die operative Bewältigung bei SWB Bus und Bahn. Ich stelle als Geschäftsführer der Holding sicher, dass die erforderlichen Entscheidungen und Unterstützungsleistungen im Gesamtkonzern umgesetzt werden.“
Auch der Aufsichtsrat ist eng in den Prozess eingebunden. David Lutz, Aufsichtsratsvorsitzender der SWB GmbH, äußert klare Erwartungen: „Als Aufsichtsratsvorsitzender erwarte ich vollständige Transparenz über Ursachen, Entscheidungsabläufe und den weiteren Untersuchungsprozess. Ich lasse mir regelmäßig über den Fortschritt berichten und verzichte bewusst auf Vorfestlegungen zu Ursachen oder Verantwortlichkeiten, solange die technischen Untersuchungen nicht abgeschlossen sind.“
Dies wird von Karolin Rübo, Aufsichtsratsvorsitzende von SWB Bus und Bahn, unterstrichen: “Auch ich habe in den vergangenen Tagen viele Gespräch geführt mit der Geschäftsführung und versucht, mir ein Bild zu verschaffen. Gestern haben David Lutz und ich uns direkt auf dem Betriebshof in Dransdorf informiert. Ich schätze es, dass die Führungskräfte, die rund um die Uhr mit der Aufarbeitung beschäftigt sind, sich die Zeit genommen haben, uns Einblicke zu geben in die Herausforderungen.“
Technische Details und Ausblick
Die aktuelle Untersuchung zeigt unter anderem den Einsatz von Radsatzwellen aus den 1970er-Jahren in jüngeren Fahrzeugserien, Dokumentationslücken bei Pressverbindungen sowie den Einsatz nicht explizit legitimierter Getriebeteile.
Friedrich-Jörn Zauner, Betriebsleiter SWB Bus und Bahn, stellt zur technischen Einordnung klar: „Trotz der festgestellten Abweichungen sind bislang keine Betriebsauffälligkeiten oder Versagen dieser Komponenten bekannt. Selbstverständlich werden alle nicht nachweisbaren oder veränderten Bauteile im Rahmen der kommenden Instandsetzungszyklen konsequent durch legitimierte Neuteile ersetzt. Wir setzen auf eine vollständige Transparenz, um die Instandhaltungsprozesse der nächsten Jahrzehnte auf eine rechtssichere und technisch einwandfreie Basis zu stellen.“
Gregor Frohne, Bereichsleiter Schienenfahrzeuge SWB Bus und Bahn, unterstreicht: „Unser gemeinsames Ziel ist es, dass wir alle Herausforderungen, beherrschen, indem wir sie einordnen und Stück für Stück prüfen. Jedes Fahrzeug wird beispielsweise alle zwei Wochen einer 100-Prozent-Kontrolle unterzogen, sodass die beanstandeten Fehler nicht mehr auftauchen. Das ist uns sehr wichtig. Das ist mir persönlich auch besonders wichtig, mit einer Null-Fehlerstrategie hier in die Zukunft zu gehen.“ Er erläutert im Video die Tätigkeiten und zeigt betroffene Teile: https://youtu.be/owjihDFvo4E (sz)
