Stadt, Aufsichtsräte und SWB vereinbaren verlässliche Kommunikation zur Stadtbahnsituation

Auf Initiative des Bonner Oberbürgermeisters Guido Déus verständigten sich in einer gemeinsamen Videoschalte am Mittwochvormittag die Spitzen der Stadt Bonn, der Aufsichtsräte und der Stadtwerke Bonn über die aktuelle Situation bei den Stadtbahnen und das weitere Vorgehen. Ein Schwerpunkt des Gesprächs war die Frage, wie Fahrgäste, Öffentlichkeit und Politik künftig verlässlich über die aktuelle Verkehrssituation und die Arbeiten zur Wiederinbetriebnahme der Stadtbahnen informiert werden.
An dem Gespräch nahmen teil: Oberbürgermeister Guido Déus, Stadtkämmerer Michael Fark, Stadtbaurat Helmut Wiesner, Co-Dezernent Christian Siegberg und die Pressesprecherin der Stadt Bonn, Barbara Löcherbach. Für die Aufsichtsräte waren David Lutz, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Stadtwerke Bonn, und Karo Rübo, Vorsitzende des Aufsichtsrates von SWB Bus und Bahn, vertreten. Von Seiten der Stadtwerke nahmen Marco Westphal, kommissarischer Sprecher der Geschäftsführung der Stadtwerke Bonn, Anja Wenmakers, Geschäftsführerin von SWB Bus und Bahn, sowie Pressesprecher Jürgen Winterwerp teil.
Mit der Verständigung soll zugleich ein neuer, verbindlicher Rahmen für die Kommunikation in der Stadtbahnsituation geschaffen werden.
Verlässlicher Stand statt Prognosen
Die Kommunikation wird künftig stärker an den Informationen ausgerichtet, die für die Fahrgäste unmittelbar relevant und zum jeweiligen Zeitpunkt belastbar sind. Die Stadtwerke werden regelmäßig darüber informieren, welches Verkehrsangebot am folgenden Betriebstag tatsächlich zur Verfügung steht, wo Ersatzverkehre eingesetzt werden und welche wesentlichen Veränderungen zu beachten sind.
Dabei wird klar zwischen dem aktuellen, gesicherten Stand und möglichen weiteren Entwicklungen unterschieden. Auf konkrete Prognosen dazu, wann und in welcher Zahl weitere Stadtbahnen wieder in Betrieb genommen werden können, wird verzichtet, solange diese aufgrund der laufenden Prüfverfahren nicht belastbar sind.
Oberbürgermeister Guido Déus: „Die Situation ist für die Fahrgäste nach dem Ende der Sommerferien sehr belastend. Deshalb müssen wir jetzt gemeinsam dafür sorgen, dass die Menschen verlässlich wissen, womit sie rechnen können. Stadt-, Aufsichtsrats- und Stadtwerke-Spitzen haben sich heute auf ein klares Vorgehen verständigt. Das bedeutet: gesicherte Informationen, eine verständliche Darstellung der aktuellen Lage und eine regelmäßige Information darüber, welches Verkehrsangebot am nächsten Tag tatsächlich zur Verfügung steht.“
Marco Westphal und Anja Wenmakers ergänzen: „Unsere Kommunikation in dieser Krise ist unserem eigenen Anspruch nicht gerecht geworden. Wir haben die Menschen zu lange im Unklaren gelassen und nicht ausreichend transparent darüber informiert, wie sich die Situation entwickelt und wie wir damit umgehen. Dafür möchten wir uns bei unseren Fahrgästen ausdrücklich entschuldigen. Wir ziehen daraus Konsequenzen. Künftig werden wir klar sagen, was gesichert ist, und ebenso klar benennen, was wir noch nicht verlässlich vorhersagen können. Beide betonen: „Unsere Kolleginnen und Kollegen arbeiten mit großem Einsatz daran, die Fahrzeuge wieder sicher auf die Strecke zu bringen. Dafür bin ich ihnen sehr dankbar. Die vergangenen Tage haben zugleich gezeigt, dass sich die Anforderungen innerhalb der laufenden Prüfverfahren verändern können. Sicherheit und Sorgfalt haben Vorrang. Deshalb werden wir nur Aussagen treffen, die auf einem gesicherten Stand beruhen.“
Technische Arbeiten werden transparent gemacht
Der Medientermin am Mittwochnachmittag auf dem Betriebshof in Dransdorf ist ein erster Schritt dieses vereinbarten Vorgehens. SWB Bus und Bahn informiert _dort Medienvertreter und Mitglieder der Aufsichtsräte über den aktuellen Stand der Arbeiten.
Vor Ort zeigen Fachleute, welche Arbeiten an den Fahrzeugen durchgeführt werden, wie die Prüfverfahren ablaufen und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, bevor eine Stadtbahn wieder in Betrieb genommen werden kann. Damit werden die technischen Abläufe und die Gründe für den hohen Prüfaufwand nachvollziehbar gemacht.
Fahrgäste stehen im Mittelpunkt
Parallel zu den technischen Arbeiten wird das Verkehrsangebot fortlaufend an die Zahl der verfügbaren Fahrzeuge angepasst. Ersatzverkehre werden dort eingesetzt, wo sie erforderlich sind. An wichtigen Umsteigepunkten unterstützen Mitarbeitende die Fahrgäste bei der Orientierung.
Die Erfahrungen aus dem täglichen Betrieb werden ausgewertet und fließen in die weitere Verkehrsplanung und Fahrgastinformation ein.
Politik und Aufsichtsräte werden eng eingebunden
Die kontinuierliche Einbindung der Aufsichtsräte und der politischen Gremien ist ebenfalls Bestandteil des vereinbarten Vorgehens. Am Montagabend werden die Vorsitzenden der Ratsfraktionen auf Einladung von Oberbürgermeister Guido Déus über die aktuelle Situation und das weitere Vorgehen informiert. Am Dienstag findet eine weitere gemeinsame Sondersitzung der Aufsichtsräte der Stadtwerke Bonn und von SWB Bus und Bahn statt. Auf der Tagesordnung stehen der aktuelle Sachstand, die laufenden Prüfverfahren und das weitere Vorgehen. (jw)
