08.09.2026

Aufsichtsräte beschließen konkrete Schritte in der Stadtbahnkrise

Blick auf den Eingang der SWB-Zentrale in der Theaterstraße.
In der SWB-Zentrale sind die Aufsichtsratsmitglieder des Konzerns und von SWB Bus und Bahn am Dienstag, 8. September, zu einer weiteren Sondersitzung zusammengekommen. (Foto: Max Mühlens/SWB)

Die Aufsichtsräte der Stadtwerke Bonn GmbH und von SWB Bus und Bahn kamen am Dienstag, 8. September, zum dritten Mal seit Beginn der Stadtbahnkrise zu einer außerordentlichen gemeinsamen Sitzung zusammen. Die Gremien fassten konkrete Beschlüsse zu den nächsten Schritten auf dem Weg zur Wiederinbetriebnahme der Stadtbahnen sowie zur unabhängigen Aufarbeitung und personellen Vervollständigung der Stadtwerkespitze.

Anja Wenmakers, Geschäftsführerin von SWB Bus und Bahn, informierte die Mitglieder beider Aufsichtsräte über den aktuellen Stand der technischen Prüfungen, die Abstimmungen mit der Technischen Aufsichtsbehörde und das weitere Vorgehen bei der Wiederinbetriebnahme der Stadtbahnen.

Konkrete Ergebnisse erwartet

In 14 Tagen werden die Aufsichtsräte erneut zu einer gemeinsamen Sondersitzung zusammenkommen. Bis dahin erwarten sie von der Geschäftsführerin von SWB Bus und Bahn ein nachvollziehbares Konzept für das weitere Vorgehen. Dieses soll die Umsetzung, den Zeitplan und die Zuständigkeiten für die Wiederinbetriebnahme der Stadtbahnen konkret darlegen. „Nach knapp zwei Monaten Stadtbahnkrise reichen Absichtserklärungen nicht mehr aus. Unsere Geduld ist weitgehend aufgebraucht”, sagte David Lutz, der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Stadtwerke Bonn GmbH. „Wir erwarten jetzt von Anja Wenmakers einen belastbaren Plan mit klaren Zuständigkeiten, konkreten Schritten und einem verbindlichen Zeitplan. In zwei Wochen wollen wir sehen, wie die Wiederinbetriebnahme verlässlich umgesetzt werden soll.“

Karolin Rübo, die Vorsitzende des Aufsichtsrates von SWB Bus und Bahn, ergänzt: „Unser Ziel ist klar: Es sollen täglich geprüfte Stadtbahnen in Betrieb genommen werden. Nach Wochen erheblicher Einschränkungen ist der derzeitige Zustand für unsere Fahrgäste nicht länger hinnehmbar. Entscheidend sind nicht Ankündigungen, sondern konkrete Fortschritte auf der Schiene. Voraussetzung bleibt, dass jedes Fahrzeug die erforderlichen Prüfungen vollständig durchlaufen hat.“

Unabhängige Aufarbeitung angelaufen

Die vom Aufsichtsrat beauftragte, unabhängige, externe Prüfung der Informations- und Entscheidungsabläufe im Zusammenhang mit der Außerbetriebnahme der Stadtbahnen hat begonnen. „Wir wollen vollständig aufklären, wie es zu dieser Krise kommen konnte und wer wann welche Verantwortung getragen hat“, sagt David Lutz. „Die externe Prüfung muss unabhängig und ergebnisoffen erfolgen. Wir greifen ihrem Ergebnis nicht vor. Sollten sich jedoch gravierende Versäumnisse, Fehlentscheidungen oder Pflichtverletzungen bestätigen, wird der Aufsichtsrat seiner Verantwortung nachkommen und die erforderlichen Maßnahmen ergreifen. Das schließt personelle Konsequenzen ausdrücklich ein.“

Stadtwerkespitze wieder vervollständigen

Die Aufsichtsräte sehen es als notwendig an, die Spitze der Stadtwerke personell wieder zu vervollständigen. Dabei soll ein besonderer Fokus auf die Gesellschaften SWB Bus und Bahn sowie SWB Energie und Wasser gelegt werden. Sie haben daher den Bonner Oberbürgermeister gebeten, mit dem Landrat des Rhein-Sieg-Kreises und der Beteiligungsgesellschaft BRS Gespräche über die zukünftige Aufgabenverteilung zu führen. (jw)

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