08.05.2026

Eine Handvoll Fragen – So bleiben Haltestellen sauber

Eine Frau in orangener Warnjacke lächelt in die Kamera und steht an einer Bahnhaltestelle. Im Hintergrund wischt ein Mann den Boden.
Claudia Baum verantwortet beim SWB-Reinigungsmanagement die Pflege der über 80 Stadt- und Straßenbahnhaltestellen. (Foto: SWB/Martin Magunia)

Rhein in Flammen bildet in der Regel den Auftakt für die Veranstaltungs- und Festivalsaison in Bonn. Damit einher gehen zahlreiche Besucherinnen und Besucher, die mit Bussen und Bahnen anreisen. Umso wichtiger ist es da, dass Mitarbeitende wie Claudia Baum für Sauberkeit und somit für mehr Fahrkomfort sorgen. Sie ist beim Reinigungsmanagement von SWB Bus und Bahn tätig und gibt im Gespräch Einblicke in ihren Job.

Können Sie kurz erklären, was Ihre Hauptaufgaben sind und wo Ihre primären Einsatzorte liegen?

Claudia Baum: Ich bin hauptsächlich für die Betreuung und Koordination der Fremdfirmen verantwortlich, die wir für die Reinigung unserer 70 oberirdischen und 12 unterirdischen Bahnhaltestellen beauftragen. Dafür bin ich überwiegend draußen unterwegs und fahre die Haltestellen ab. So kann ich kontrollieren, dass die Fremdfirmen dem Säuberungsauftrag zufriedenstellend nachkommen. Außerdem muss ich einmal im Monat die Arbeitsscheine der Reinigungskräfte gegenchecken und unterschreiben sowie die Rechnungen kontieren.

Wie läuft ein regulärer Arbeitstag bei Ihnen ab?

Claudia Baum: Mein Arbeitstag startet täglich um 6.15 Uhr. Dann fahre ich rüber zur Stadtbahnhaltestelle „Museum Koenig“ und treffe dort die Reinigungskräfte der Tagschicht. Das sind immer 30 Personen. Ich überprüfe zunächst die Anwesenheit und verteile danach die Aufgaben und Einsatzorte. So kenne ich die jeweiligen Einsatzpläne. Das hilft mir bei meinen Kontrollgängen. 

Neben der Tagschicht gibt es auch eine Nachtschicht. Nachts sind weniger Reinigungskräfte im Einsatz, da sich diese dann ausschließlich um die 12 unterirdischen Haltestellen kümmern. Denn anders als an den oberirdischen Haltestellen halten sich hier häufiger Menschen ohne festen Wohnsitz auf, was den Reinigungsbedarf natürlich erhöht. Der Bedarf ändert sich aber auch je nach Jahreszeit. Im Winter ist meist mehr zu tun, wenn viele Wohnungslose Unterschlupf in den unterirdischen Haltestellen suchen.

Mit dem guten Wetter kommen auch die Großveranstaltungen. Was bedeutet das speziell für Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen? Überstunden oder gar Doppelschichten?

Claudia Baum: Wir haben den Veranstaltungskalender natürlich im Blick. Bei Großveranstaltungen wie Rhein in Flammen oder der Bierbörse planen wir immer mit Zusatzpersonal. Dieses kümmert sich ausschließlich um die Haltestellen der stark frequentierten Linien. Wichtig ist dann, dass etwa die Mülleimer geleert und Verletzungsgefahren beseitigt werden. Beispielsweise Glasscherben. Dieses Jahr an Rhein in Flammen waren die zusätzlich bestellten Reinigungskräfte bis in die Nacht im Einsatz; freitags bis 1 Uhr, samstags bis 2 Uhr und sonntags bis 20 Uhr. Das klingt erstmal nach viel, aber dieses Jahr war sogar weniger zu tun als sonst.

Ansonsten funkt die Leitstelle bei Bedarf den Objektleiter der Fremdfirma an, der seine Mitarbeitenden entsprechend informiert und kurzfristig an Orte schicken kann, wo etwas beseitigt oder gereinigt werden muss. Das ermöglicht uns, flexibel zu reagieren.

Man bekommt sicher einiges zu sehen, Kurioses wie Ekeliges. Wie schaffen Sie es, mit gewissen Anblicken zurecht zu kommen? Haben Sie hierfür eine Methode oder Hilfsmittel?

Claudia Baum: Die jahrelange Erfahrung hilft, aber grundsätzlich darf man nicht zart besaitet sein. Sonst muss man sich im Zweifel die Nase zu halten und sich langfristig ein dickes Fell zulegen. Gerade am Anfang lautet die Devise „Augen zu und durch“. Aber ich sage mal so, der Mensch gewöhnt sich an alles. Und so ist es auch in diesem Job. 

Das klingt für den einen oder die andere sicher abschreckend. Aber Sie sind seit 24 Jahren in der Reinigungsbranche tätig. Was ist es, was Sie in Ihrem Job motiviert, weiterzumachen?

Claudia Baum: Das Ergebnis! Das ist immer gut mess- und vor allem auch sichtbar. Man sieht sofort, was man geschafft hat. Deshalb liebe ich meinen Job. Auch wenn viele unterschätzen oder gar abwerten, was wir Reinigungskräfte alles leisten. Denn wir geben alles, damit sich unsere Fahrgäste wohlfühlen. 

Zur Übersicht