Bertha-Bahn reist huckepack vom Rhein an die Spree
Ein nicht alltäglicher Anblick bot sich auf unserem Straßenbahn-Betriebshof in Beuel. Ein Schwertransport rückte an, um die bei einem Verkehrsunfall beschädigte Bertha-von-Suttner-Bahn aufzuladen und zur Reparatur nach Berlin zu bringen. Rund 600 Kilometer legte die Bahn auf Asphalt statt auf Schienen auf ihrer Reise von der alten in die neue Hauptstadt zurück.

Warum eigentlich Bertha-Bahn?
Im September 2019 war die Sonder-Straßenbahn zu Ehren der ersten Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner mit ihrem Konterfei foliert worden. Vertreterinnen des Frauennetzwerks für Frieden und des Netzwerks Friedenskooperative tauften die Bahn seinerzeit im Zeichen des Friedens.
Die historische Bertha von Suttner war eine couragierte Pazifistin und 1905 die erste Frau, die den Friedensnobelpreis entgegennahm. Vor 70 Jahren wurde der neu gestaltete Platz an der Kennedybrücke nach dieser starken Frau benannt.
Und warum Berlin?
Bei einem Unfall mit einem Bus der RSVG wurde die Bahn stark beschädigt, die Front eingedrückt und der Fahrerstand deformiert. Die Reparaturdauer liegt schätzungsweise bei drei bis vier Monaten. Es müssen umfangreichende Arbeiten von einer entsprechenden Spezialfirma durchgeführt werden. Der Fachbereich hat Angebote verschiedener Firmen eingeholt und das Wirtschaftlichste ausgewählt. Die Wahl ist auf die „FWM-Fahrzeugwerke Miraustrasse“ in Berlin-Henningsdorf gefallen. Dort ist die Bertha-Bahn zwischenzeitlich angekommen und wird nun repariert. Die Kosten werden zurzeit auf rund 100.000 Euro geschätzt.



