09.12.2019

Schulterschluss mit den Kunden: SWB Bus und Bahn hat ein offenes Ohr für die Kritik der Fahrgäste

Pünktlichkeit ist mehr als eine Tugend. Das weiß auch das Nahverkehrsunternehmen SWB Bus und Bahn, das sich derzeit unter anderem wegen Verspätungen Kritik an seinen Dienstleistungen ausgesetzt sieht. Dass SWB Bus und Bahn sich dieser Kritik stellt und ein offenes Ohr für seine Fahrgäste hat, möchten die Geschäftsführer Anja Wenmakers und Hansjörg Spielhoff, die Aufsichtsratsmitglieder Karl Manns, Ludwig Burgsmüller, Rolf Beu und Gabi Mayer sowie Führungskräfte aus verschiedenen Fachbereichen am heutigen Montag, 9. Dezember, und am Donnerstag, 12. Dezember, zeigen.

 

Sie treten an sehr frequentierten Haltestellen und zu den Hauptverkehrszeiten – zwischen 7 und 8 Uhr sowie 16 und 17 Uhr – in direkten Dialog mit den ÖPNV-Kunden. Warum? "Wir möchten Dialog schaffen, mit unseren Kunden auf Augenhöhe agieren, umfassend über Probleme und Ärgernisse unserer Kunden informiert sein, für Störungsfaktoren sensibilisieren, auf die wir keinen direkten Einfluss haben, und ihnen unsere konkreten Lösungsansätze vorstellen", erklärt Geschäftsführerin Anja Wenmakers. Und zudem überreichen sie ein wenig Herzenswärme: Die Fahrgäste erhalten als kleines Präsent ein "Taschenwärmer-Knick-Herz".

Probleme erfassen, Meinungsbild machen, Lösungen vorstellen
Anja Wenmakers, Aufsichtsrat Karl Manns sowie die Fachbereichsleiter Joachim Schallenberg und Denis Bischof machten am Montagfrüh den Auftakt am Bahnsteig Bertha-von-Suttner-Platz und begrüßen dort die Pendler. Die weiteren Gesprächspartner stehen zeitgleich für die Kunden am Konrad-Adenauer-Platz (in Höhe der Bushaltestelle vor dem Beueler Rathaus), an der Haltestelle Bonn Hbf./ZOB (vor dem Kiosk/Verkaufsstelle) und vor dem Bahnhof Beuel (mittig auf dem Platz) bereit. Und dies ebenso am Donnerstag, 12. Dezember.

Personalmangel mit kreativem Recruiting begegnen
Fünf Themen werden dann in jedem Fall zur Sprache kommen. Nummer eins: die Personalfrage im Hinblick auf die Leistungserbringung. In diesem Zusammenhang begegnet SWB Bus und Bahn dem bundesweit bestehenden Mangel an Berufskraftfahrern seit knapp zwei Jahren verstärkt mit effektivem Personal-Marketing wie zum Beispiel Schnuppertagen für potenzielle Bewerber. In den vergangenen 24 Monaten konnten so rund 200 neue Kollegen eingestellt werden. Innerbetrieblich werden personelle und technische Maßnahmen umgesetzt, um den Fahrbetrieb der Hauptlinien auch kurzfristig störungsfrei zu sichern. "Wir arbeiten bereits seit 2018 an Optimierungen und bieten tagtäglich alle zusammen eine sehr gute Leistungsquote mit 97 bis 98 Prozent – das sollte ebenfalls gesehen werden", so Wenmakers.

Vermeidung neuralgischer Verkehrspunkte für mehr Betriebsstabilität
Thema Nummer zwei sind neuralgische Punkte im Netz, bei denen zum Beispiel Stau, Baustellen, Engpässe oder auch Falschparker Auslöser für Verspätungen sind und damit die Betriebsstabilität aller Linien gefährden. Ein Faktor, auf den SWB Bus und Bahn selbst wenig Einfluss hat. Die neuralgischen Punkte müssen jedoch bei den Streckenführungen und -planungen beachtet oder im Idealfall abgebaut werden. SWB Bus und Bahn ist hier auf eine enge Zusammenarbeit und Abstimmung mit der Stadtverwaltung bei der Erarbeitung von Vorlagen für die Politik angewiesen, damit diese Beschlüsse zu Gunsten des ÖPNV fassen kann.

Reduzierung technischer Probleme
Zu Schwierigkeiten führen auch immer wieder – Thema Nummer drei – technische Probleme, die teils unwissentlich durch unsachgemäßes Fahrgastnutzerverhalten ausgelöst werden, zum Beispiel durch Gegenstände, die die pneumatischen Türen der Stadtbahnwagen blockieren. Hier hat SWB Bus und Bahn bereits eine Lösung entwickelt: Alle Bahnen, die derzeit in der Zweiterstellung sind, bekommen elektrische Türschließsysteme – 128 Türen sind schon umgerüstet. "Auch bei anderen Modellen werden bis Mitte 2020 Optimierungen durchgeführt, um Betriebsstörungen zu minimieren. Neben dem Austausch der Türen ist dies auch der Austausch verschlissener Antriebe – wir haben dafür ein Extrabudget bereitgestellt", erklärt Wenmakers.

Sanierung und Modernisierung für Fahrgastkomfort notwendig
Selbstverständlich nagt der Zahn der Zeit nicht nur an Bahnen und Bussen, sondern auch an Haltepunkten – Thema Nummer 4. So müssen in die Jahre gekommene Anlagen eben auch erneuert, andere erweitert werden, um Qualität und Komfort für die Fahrgäste aufrechtzuerhalten. Beispielsweise wird derzeit die Haltestelle "Rheinaue" saniert – SWB Bus und Bahn liegt dabei durch die Arbeit in Doppelschichten im Zeitplan und im Budget.

Fahrgastinformation per App BONNmobilstark nachgefragt
Bliebe noch das Thema Kommunikation und Fahrgastinformation zu nennen. Im Störungsfall verknüpft SWB Bus und Bahn automatisierte, intelligente Systeme aus der Leitstelle (ITCS) mit persönlichen Ansagen an betroffenen Haltestellen für die Fahrgäste über den Infoplatz der Leitstelle. "Wir haben darüber hinaus die multimodale Mobilitätsplattform BONNmobil entwickelt, mit der nicht nur Busse und Bahnen in Echtzeit verfolgt werden können, sondern auch alternative Mobilitätsformen für die letzte Meile wie das Fahrradmietsystem nextbike gebucht werden können", so Wenmakers.

BONNmobil wird kontinuierlich weiterentwickelt und verzeichnet stetig steigende Nutzerzahlen, zuletzt fast 47.000 im Oktober 2019. "Insgesamt haben wir ein umfassendes, professionelles Maßnahmenpaket geschnürt, um unser Angebot weiter zu stabilisieren und spürbar zu verbessern", sagt Wenmakers, die sich freut, den Kunden davon auch einmal im direkten Dialog auf dem Bahnsteig berichten zu können.

 

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