22.08.2019

Nachrüstung von 77 Dieselbussen: SWB Bus und Bahn handelt nachhaltig und leistet einen wichtigen Beitrag zur Erfüllung des aktuellen Luftreinhalteplan Bonn

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Die zweite Fortschreibung des Luftreinhalteplans (LRP) Bonn des Landes Nordrhein-Westfalen ist am 15. August 2019 in Kraft getreten. Darin aufgeführt sind verschiedene Maßnahmen, mit denen die Luftschadstoffbelastung in der Bundesstadt ab 2020 messbar vermindert und Fahrverbote an Belderberg und Reuterstraße vermieden werden können. Einen maßgeblichen Beitrag leistet in diesem Zusammenhang SWB Bus und Bahn: mit der Nachrüstung von Stickoxidminderungssystemen bei 77 Diesellinienbussen.

 

Die Nachrüstung von 77 Euro V-Busse bei SWB mit dem sogenannten SCRT-System ist verbindlich beschlossen und wird in zwei Tranchen durchgeführt. Tranche Nummer eins – die Nachrüstung von 27 Bussen aus SWB-eigenen Mitteln – ist bereits abgeschlossen. Tranche Nummer zwei – die Nachrüstung von 50 Bussen mit einer 80-prozentigen Förderung über das Sofortprogramm „Saubere Luft 2017 bis 2020“ des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) – läuft derzeit und dies bis Ende des Jahres. „Insgesamt belaufen sich die Kosten der Nachrüstung je Bus auf einen niedrigen fünfstelligen Betrag“, erklärt Peter Küpper, Fachbereichsleiter KF und zuständig für das Projekt. Bei dem Umbau werden maßgebliche Teile der Abgasnachbehandlung erneuert und durch die SCRT-Systeme ersetzt. „Durch Einbringen eines Zusatzstoffes und gezielte Mengenregelung der Harnstoffeinspritzung können die ausgestoßenen Stickstoffdioxid-Emissionen um ein Vielfaches gesenkt werden“, so Küpper. Der logistische Aufwand, der mit der Umrüstung im laufenden Busbetrieb verbunden ist, ist enorm. Denn jeder der betroffenen Busse ist mindestens zwei bis vier Tage in der Werkstatt. „Es müssen unter anderem aufwendige Karosseriearbeiten durchgeführt werden, um den zusätzlichen Harnstofftank überhaupt einbauen zu können“, erklärt Küpper. Damit fehlt der Bus erstmal im Linienverkehr. Und mindestens zwei, eher drei Busse pro Woche sollen umgerüstet werden.

Mit den Maßnahmen, die im neuen Luftreinhalteplan vorgesehen sind und bei denen verschiedene Akteure wie SWB und Stadtverwaltung auch im Sinne der Modellstadt für Luftreinhaltung „Lead City“ an einem Strang ziehen, kann nach Angaben der Bezirksregierung Köln der Grenzwert von 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter im Jahr 2020 eingehalten werden. „Wir freuen uns, dass unser aller gemeinsame Anstrengungen, die Luftqualität in Bonn zu verbessern, aufgehen und die Fahrverbote auch durch unseren maßgeblichen Beitrag der Bus-Nachrüstungen vermieden werden können“, sagt Anja Wenmakers, Geschäftsführerin von SWB Bus und Bahn. „Ein Beweis dafür, dass sich das nachhaltigen Handeln von SWB rechnet – für die Bonner Bürger, für saubere Luft.“

Stichwort SCRT-System:
Die Selective Catalytic Reduction Technology ist eine Technologie zur Minimierung von Stickoxiden, Kohlenwasserstoffen, Kohlenmonoxiden und Rußpartikeln bei Dieselmotoren. SCR-Katalysatoren werden eingesetzt, um diese Emissionen von Dieselmotoren unter Einsatz eines Reduktionsmittels – eingespritzt wird eine Harnstofflösung, aus der im weiteren Verlauf des Prozesses das Reduktionsmittel Ammoniak entsteht – um bis zu 90 Prozent zu verringern. SCRT ist ein eingetragenes Markenzeichen der Firma HJS in Menden/Sauerland.

Stichwort Luftreinhalteplan Bonn:
Der Luftreinhalteplan Bonn ist 2009 in Kraft getreten und 2012 erstmalig fortgeschrieben worden. Die Aufstellung durch die zuständige Bezirksregierung Köln wurde erforderlich, weil der seit dem 1.1.2010 verbindliche EU-Grenzwert für den gesundheitsschädlichen Luftschadstoff Stickstoffdioxid (NO2) von 40 µg/m³ als Jahresmittelwert nicht überall im Stadtgebiet eingehalten wurde. Die mittlerweile 2. Fortschreibung des Luftreinhalteplans Bonn ist am 15. August 2019 in Kraft getreten.

 

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