16.12.2019

Meilenstein gesetzt: 26 neue Niederflurbahnen für Bonn

Die Verträge sind unterzeichnet: (v.li.) Von Zdenek Majer, Petr Brzezina, Anja Wenmakers und Hansjörg Spielhoff. Foto: SWB/Magunia

Diese Unterschriften bedeuten einen Meilenstein für den Öffentlichen Personennahverkehr in Bonn. Die SWB Bus und Bahn-Geschäftsführer Anja Wenmakers und Hansjörg Spielhoff sowie Petr Brzezina, Vorstandsvorsitzender der Skoda Transportation Gruppe, mit Zdenek Majer, Vorstand Vertrieb Weltweit, haben mit ihren Unterschriften am Montag, 16. Dezember, die Erneuerung der Niederflurbahnen in Bonn besiegelt. Das Vertragsvolumen beträgt insgesamt mehr als 100 Millionen Euro.

 

Von Mitte 2022 an wird Skoda Transportation 26 neue Niederflurfahrzeuge nach Bonn anliefern, die in Pilsen in Tschechien hergestellt werden. Sie sind der Ersatz für die alten 24 Niederflurbahnen der SWB Bus und Bahn. Der Fahrzeuglieferungsvertrag umfasst die Produktion von 26 neuen Straßenbahnen der Reihe ForCity Smart, die so konstruiert sind, dass sie jeweils rund 180 Fahrgäste aufnehmen können. Sie werden über 30 Meter lang, ca. 3,60 Meter hoch und 2,40 Meter breit sein. Die Achtachser mit Allradantrieb und je vier Türen pro Seite werden als Zweirichtungsfahrzeuge hergestellt und mit modernster Technik ausgerüstet, unter anderem mit einer Klimatisierung im Fahrgastraum sowie WLAN. Unterzeichnet wurde auch der zugehörige Ersatzteilversorgungsvertrag. Vereinbart wurden außerdem optional weitere 12 Niederflurbahnen sowie die entsprechende Erweiterung des Ersatzteilliefervertrags.

„Mit den neuen Kapazitäten verbessern wir weiter die Betriebsqualität unserer Schienenfahrzeuge und steigern den Komfort und unseren Service für unsere Fahrgäste“, freut sich SWB-Geschäftsführerin Anja Wenmakers über das erfolgreiche Verhandlungsergebnis mit Skoda. „Wir werden mit den neuen Verträgen und unserem Partner Skoda die Instandhaltungskosten nachhaltig optimieren und die Zuverlässigkeit auf den wichtigen innerstädtischen Straßenbahnlinien auf lange Sicht erhöhen“, ergänzt Hansjörg Spielhoff.

„Der neue Auftrag bestätigt, dass die Straßenbahnen von Skoda auch auf den anspruchsvollsten Weltmärkten im Wettbewerb mit den größten Unternehmen bestehen können,“ sagt der Vorstandsvorsitzende der Skoda Transportation Gruppe, Petr Brzezina. „Unsere langfristige Strategie zur Stärkung der Position unseres Unternehmens in Westeuropa wird bestätigt.“ SWB Bus und Bahn-Aufsichtsratsvorsitzende Margarete Heidler: „Der Aufsichtsrat hat durch seine Entscheidung zur Beschaffung der 26 Niederflurbahnen den Weg für diese wichtige Investition in einen zukunftsfähigen ÖPNV freigemacht. Mit dieser Vertragsunterzeichnung wird ein weiterer Grundstein für einen attraktiven Öffentlichen Personennahverkehr gelegt.“

Der Fahrzeuglieferungsvertrag sieht vor, dass Skoda von Mitte 2022 bis August 2023 die neuen Straßenbahnen anliefert. Im Abstand von ca. zwei Wochen werden dann die neuen Niederflurfahrzeuge in Bonn auf die Schiene gesetzt. Gleichzeitig mustert SWB Bus und Bahn entsprechend seine 24 alten Straßenbahnen aus, die weiterverkauft werden. Den Zuschlag für den Auftrag, die neuen Straßenbahnen zu bauen, hatte Skoda Transportation Deutschland erhalten. Ab Mitte 2021 wird das Unternehmen auf dem Betriebshof Beuel ein Konsignationslager einrichten, um die Ersatzteilversorgung für die Instandhaltung der Niederflurfahrzeuge dort vorzubereiten. Skoda liefert die Ersatzteile, die Werkstatt in Beuel kümmert sich weiter mit eigenem Personal um die Fahrzeuge.

Technische Daten:
o Zweirichtungsfahrzeug
o Länge: 30,6 m
o Höhe: ca. 3,60 m
o Breite: 2,40 m
o Normalspur: 1435 mm
o 8 Achsen, alle angetrieben
o Kapazität: ca. 180 Personen: großer Multifunktionsbereich
o 4 Türen je Seite
o ca. 800 kW Antriebsleistung
o Höchstgeschwindigkeit: max. 80 km/h
o Energieeffizienter Antrieb mit intelligenter Rückspeisung beim Bremsen
o Fahrgastraumklimatisierung mit klimafreundlichem Kältemittel
o Fahrgast-WLAN

Hintergrund zur Skoda Transportation Gruppe:
Die Skoda Transportation Gruppe ist ein führendes europäisches Systemhaus von Fahrzeugen und Dienstleistungen für den ÖPNV und SPNV und ist seit 150 Jahren in verschiedenen Märkten nachhaltig aktiv. Zu den Produkten der Firma gehören vor allem Niederflurstraßenbahnen, elektrische Lokomotiven, elektrische Triebzüge, Metrozüge, Elektrobusse und Obusse, aber auch Steuerungs- und Treibsysteme für Verkehrssysteme. Skoda Transportation hat einige Tochtergesellschaften in der Tschechischen Republik, zum Bespiel Skoda Electric, Skoda Vagonka oder Pars nova. Weitere Firmen sind auch in Deutschland, Finnland, Ungarn und Russland. In ihren Gesellschaften in der Tschechischen Republik sind mehr als 5000 Mitarbeiter beschäftigt.

Skoda Transportation ist Teil der PPF Gruppe. Die Gruppe investiert in mehreren Branchen von Finanzdienstleistungen über Telekommunikation, Biotechnologie, Immobilien bis zum Maschinenbau. PPF ist in Europa, Asien und Nordamerika tätig. Die Gruppe besitzt Vermögen in der Höhe von mehr als 45 Milliarden Euro (zum 31.12.2018). (vj)

 

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