10.06.2021

Mobil ohne Auto

Die Bonnerin Andrea schwingt sich aufs Fahrrad, um ihren Arbeitsplatz zu erreichen. Sie steigt auch aufs Rad, um einzukaufen. Ist dem schlechten Wetter auch mit Regenkleidung nichts mehr entgegenzusetzen, läuft sie bis zur nächsten Haltestelle und nimmt den Bus.

Mobil ganz ohne Auto - Andrea erledigt ihre Besorgungen und Termine mit dem Fahrrad.
Mobil ganz ohne Auto - Andrea erledigt ihre Besorgungen und Termine mit dem Fahrrad.

Sie begrüßt den bundesweiten Aktionstag „Mobil ohne Auto“, der jährlich am dritten Sonntag im Juni im Sinne einer zukunftsfähigen Mobilitäts- und Stadtentwicklung für die dringend notwendige Verkehrswende wirbt.

Der ökologische Fußabdruck stimmt

„Für mich war die Entscheidung, ohne Auto zu leben, die richtige. Es macht mich nicht weniger beweglich, sondern hält mich vielmehr in Bewegung. Mein ökologischer Fußabdruck stimmt im Weitesten, das ist mir wichtig. Ich habe eine Verantwortung gegenüber nachfolgenden Generationen und der Umwelt“, sagt die 63-Jährige.

Die gebürtige Münsteranerin hat sich vor 31 Jahren, mit ihrem Umzug nach Bonn, entschieden, dem Autofahren zu entsagen. Ein ganz pragmatischer Grund war, dass sie wegen eines Motorschadens mit ihrem Wagen liegen blieb und kein Geld in einen neuen investieren wollte. Ein ideeller Grund war, dass sie schon lange fand, dass „dem Auto eine viel zu große und im Hinblick auf Umweltverschmutzung und Klimawandel nicht mehr zeitgemäße Rolle in unserer Gesellschaft zukommt“. „Diesen unsinnigen Stellenwert des Autos spüre ich jeden Tag. Nicht nur, wenn Autofahrer gleichermaßen rücksichtslos wie selbstverständlich in hohem Tempo die Fahrradstraße in meiner Nähe nutzen“, sagt Andrea.

Managen des Alltags ohne Auto ist kein Problem

Für die Sonderschulpädagogin ist das Managen des Alltags ohne Auto eine Selbstverständlichkeit. Sie hat Erfahrung darin, eine Urlaubsreise komplett mit Bus und Bahn zu organisieren. Oder auf die Schnelle auf den ÖPNV umzusteigen, weil sie etwas von A nach B transportieren möchte, das nicht in ihren riesigen Fahrradkorb passt. Getränke beispielsweise werden eben flaschen- nicht kistenweise gekauft und nach Hause geschafft.

Für den Lieblings-Eierlikör radelt sie quer durch die ganze Stadt, ebenso für Malkurs, Chorprobe & Co. Ein zu großes Paket, das doch retour gehen muss, lässt sie vom Versanddienstleister abholen. „Das kostet dann vielleicht extra, ist jedoch immer noch günstiger und ökologischer als eine Fahrt mit einem eigenen Auto“, sagt sie.

SWB Bus und Bahn unterstützt beim Autoverzicht

Sie würde sich wünschen, dass sich mehr Menschen vom Auto verabschieden. „Dann wäre es sauberer, leiser, ungefährlicher, weniger aggressiv und das Stadtbild schöner“, meint sie.

SWB Bus und Bahn macht den dauerhaften Verzicht aufs Auto leicht. Neben dem optimal gesteuerten ÖPNV mit hoher Taktdichte, emissionsarmen Bussen und Ökostrom betriebenen Bahnen stellt der Mobilitätsdienstleister verschiedene Sharing-Modelle und moderne Technologien für deren intelligente Verknüpfung bereit. Dazu zählen die Nextbike-Mietfahrräder und TIER-E-Scooter und digitale Angebote wie die Mobilitätsplattform BONNmobil, die App SWB easy.GO und das kontaktlose Ticketsystem BONNsmart.

Großes Ziel: Mission Zero

Damit hat jeder Einzelne die Chance und Entscheidungsfreiheit, auf umweltfreundliche Verkehrsmittel umzusteigen, multimodal bis zur „letzten Meile“ unterwegs zu sein und die persönliche CO2-Bilanz zu verbessern. Schließlich gibt es in Bonn und bei den Stadtwerken ein großes Ziel: die „Mission Zero – Klimaneutralität bis 2035“.

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