27.10.2021

E-Bus-Vergleichstest als Bühne für den Antrieb der Zukunft

Mit den Vergleichstests sehr zufrieden: v.l. SWB Bus und Bahn-Geschäftsführerin Anja Wenmakers, Dieter Hanke, Autor und Verleger des "Omnibusspiegel" und Organisatorin Kirsten Krämer.

Neue E-Busse genauestens unter die Lupe nehmen. Das ist der Antrieb von Dieter Hanke, Autor und Verleger des "Omnibusspiegel", der zum dritten Elektrobus-Vergleichstest seiner Fachzeitschrift auf dem Betriebshofgelände von SWB Bus und Bahn eingeladen hatte.

 

Der Einladung des "E-Bus-Experten", seit 1979 berichtet er in seiner Fachzeitschrift über Omnibusbau und -verkehr in Gegenwart und Geschichte, waren viele Fachjournalisten gefolgt. So wurde das Betriebsgelände der Stadtwerke Bonn zur Bühne für Elektromobilität.

In Friesdorf standen sechs Elektrobusse verschiedener europäischer Hersteller im besonderen Fokus. Der Ebusco 2.2 18m, Irizar ie Bus 18, Man Lion's City 18 E, Mercedes Benz e-Citaro Gelenk, Solaris Urbino 18 electic und der Volvo 7900 EA wurden während der fünftägigen Veranstaltung auf Herz und Nieren geprüft.

SWB Bus und Bahn Geschäftsführerin Anja Wenmakers bedankte sich bei den Organisatoren Kirsten Krämer und Dieter Hanke für die informative Veranstaltung. "Wir freuen uns, dass sie so intensiv über unsere E-Mission berichten und durch den Vergleichstest viele Experten an einen Tisch gebracht haben. Die Erkenntnisse, die wir hier gemeinsam gewinnen, werden allen Beteiligten von Nutzen sein".

Für Simon Grunert, Fachbereichsleiter Kraftfahrzeuge/Arbeitsvorbereitung, eine absolute Win-win-Situation für die gesamte E-Bus-Branche. "Wir bekommen so ganz exklusiv die Möglichkeit, die Fahrzeuge genauestens zu begutachten. Kriterien wie Verarbeitungsqualität, Ausstattungsvarianten, Einbauort spezifischer Komponenten, das Fahrverhalten der Fahrzeuge und die unterschiedlichen Designs der Hersteller lassen sich so optimal direkt miteinander vergleichen."

Ein wesentlicher Bestandteil sind die Testfahrten. Hier lassen sich Rückschlüsse ziehen, ob die Herstellerangaben wie Reichweite, Ladezeiten und Ladeleistung der Realität entsprechen. "Das Treffen in Bonn ist eine kompakte Marktanalyse, deren Ergebnisse viele wichtige Erkenntnisse liefert", so Grunert.

Praxistests und Erfahrungsberichte 
In den Praxistests wurden die E-Bus-Modelle gewogen, die Innengeräusche gemessen, die Statik begutachtet, die Fahrzeuge aufgeladen und abschließend Testfahrten auf ausgewählten "Berg- und Flachlandrouten" durchgeführt. Die Teilnehmenden konnten so beurteilen, welche Fahreigenschaften die unterschiedlichen Fahrzeugtypen haben.

Einig waren sich alle Experten, dass kein Weg an der E-Mobilität vorbeigeht. In den Innenstädten wird der Busverkehr mittelfristig auf vollelektrische Busse und andere alternative Antriebsformen umgestellt werden. 

Starkes Signal – Busflotte bis 2035 klimaneutral 
SWB Bus und Bahn wird daher den weiteren Ausbau der E-Busflotte für eine nachhaltige und klimaschonende Mobilität in Bonn voranbringen. "Unsere Zukunft fährt elektrisch. Wir halten an dem Plan fest, die gesamte Busflotte sukzessive auf emissionsfreie und mit Ökostrom geladene Elektrobusse umzustellen, die lokal CO2-neutral und geräuscharm angetrieben werden", bekräftigt Anja Wenmakers.

Eine Machbarkeitsstudie hat bestätigt, dass in Friesdorf ein Umbau für die zukünftige E-Busflotte möglich und auch sinnvoll ist, da die bisherigen Kapazitäten vor Ort erweitert werden könnnen. Ziel ist es, den Umbau auf dem Betriebshof bis Ende 2027 abzuschließen.

Null Emission braucht 100 Prozent Ladekraft
Damit die Verkehrswende zu Gunsten der Elektromobilität gelingt, wurde zu Jahresbeginn die Ladeinfrastruktur auf dem Betriebshof in Friesdorf neu hergestellt. Die E-Busse werden zukünftig mit bis zu 150 Kilowatt geladen und sind in etwa vier Stunden wieder komplett einsatzbereit.

Die Ladepunkte richten sich nach den derzeit gültigen Standards und sind somit zu jedem Fahrzeugtyp mit Gleichstromladung kompatibel. (mh) 

 

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