25.11.2021

Die Axt im Haus erspart den Zimmermann

Seit 35 Jahren sind unsere Stadtbahnen im Betriebshof Dransdorf beheimatet. Neben den obligatorischen Werkstätten entstanden dort auch kleinere Arbeitsbereiche, wie z.B. die Schreinerei. Hier kümmern sich zwei Mitarbeitende um Holz- und Sattlerarbeiten.

Schon seit jeher gehört es zu unserer Firmenphilosophie Arbeiten in Eigenregie zu erledigen. Dies spart Kosten, ist nachhaltiger und schafft Arbeitsplätze. So trifft das o.g. Zitat auch bestens auf diesen Werkstattbereich zu, denn hier werden Ersatzteile aus Holz hergestellt und Sitzreparaturen in Eigenarbeit durchgeführt. Wir haben unsere Mitarbeiter Theo C. und Peter S. in der Werkstatt besucht und möchten Ihnen einen Blick hinter die Kulissen ermöglichen.

Arbeiten der Schreinerei

Beim Anblick unserer 30 Tonnen schweren Stadtbahnen fragt man sich als Fahrgast zu Recht, wo an diesen Fahrzeugen Holz zum Einsatz kommt. Eine berechtigte Frage, aber Sie sind schon darüber gelaufen oder haben darauf gesessen. Im Fahrzeugboden und an den Sitzbrettern bildet Holz die Grundlage, aber auch die Schaltschränke im Fahrerstand sind aus Holz gefertigt.

Kabelschellen aus Holz
Kabelschellen © M. Magunia/SWB Bus und Bahn

In der Schreinerei erfolgt während einer Reparatur ein passgenauer Zuschnitt der einzelnen Bauelemente. Die Sitzpolster und Stoffe werden auf einem Holzbrett montiert und bei Beschädigungen erneuert. Doch auch außerhalb des Fahrgastraums kommt Holz zum Einsatz. Aufgrund der besseren Materialeigenschaften wird Holz als Werkstoff für Kabelschellen genutzt, die in den Untergestellen und auf dem Dach der Bahnen verbaut sind. Unterhalb der Bahn befinden sich auch die sogenannten „Bahnräumer“. Diese am Fahrgestell befestigten Holzteile aus Hartholz räumen den Schienenweg frei, um Beschädigungen an den Rädern der Bahn zu vermeiden.

Mit Stoff bezogenes Holzbrett. Fahrgastsitze in Bahnen
Eine Kiste zu erneuernde Fahrgastsitze.
© M. Magunia / SWB
Stoffschnittstelle in der Werkstatt
Kollege Theo C. an der Stoffschnittstelle.
© M. Magunia / SWB
Nähtisch in der Werkstatt
Kollege Peter S. am Nähtisch.
© M. Magunia / SWB

Arbeiten der Sattlerei

Sie sind bestimmt schon mal in eines unserer Fahrzeuge eingestiegen und haben gedacht, dass die Sitze verschlissen aussehen. Das ist im konkreten Fall aber gar nicht so. Durch die tägliche Belastung, ist die Stoffstruktur gebrochen. Dadurch wirkt der Stoff heller und erweckt den Eindruck, verschlissen zu sein. Hauptgrund der Erneuerung der Sitzbezüge ist übrigens Vandalismus und wöchentlich werden beschädigte Sitze in der Sattlerei angeliefert. Allein im letzten Jahr mussten rund 3500 Bus- und Bahnsitze aufgrund von Vandalismus neu bezogen werden.

Für die Kollegen ein immenser Arbeitsaufwand, der wie folgt aussieht: Der alte Sitzstoff wird entfernt. Neue Sitzbezüge aus Stoffbahnen zugeschnitten und die einzelnen Teile zusammengenäht. Aufgrund der Stoffdicke wird mit entsprechend robusten Ledernadeln genäht. Es gibt unterschiedliche Bezüge. Vom Lederbezug bis zu drei verschiedenen Stoffvarianten, die abhängig vom Fahrzeugtyp sind, ist alles dabei. Anschließend wird der neue Bezug auf das alte Holzbrett mit Polsterung gezogen und fest getackert. Übrigens werden auch alle Sitze der zweiterstellten Bahnen in dieser Werkstatt hergestellt. (m.w)

Mitarbeiter bezieht einen Fahrgastsitz neu
Werktisch: Ein Sitz wird mit neuem Stoff und Polster versehen. © M. Magunia / SWB
Ein Mitabeiter sitzt an einer Nähmaschine
Die Ledernadel kommt zum Einsatz
© M. Magunia / SWB

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