19.09.2021

Aha-Erlebnisse beim Rollator-Tag

SWB-Expertin Ute Schlömer informierte über den richtigen Umgang mit der fahrbaren Gehhilfe im und am Bus.

Im Alltag gehören sie für viele dazu. Aber nicht alle wissen, wie eine fahrbare Gehhilfe optimal zu handhaben ist. Umso mehr begrüßten die Besucherinnen und Besucher den Rollator-Tag, zu dem SWB Bus und Bahn an den Duisdorfer Platz „Am Schickshof“ geladen hatte. 

Vor Ort stand ein roter Linienbus bereit. Er war nicht abgesenkt, obwohl die Türen offenstanden und draußen viele Interessierte darauf aus waren, einzusteigen. Alles Absicht. „Wir haben hier zu Übungszwecken bewusst Herausforderungen eingebaut, wie das Kopfsteinpflaster und die hohen Einstiegsstufen“, erklärte SWB-Expertin Ute Schlömer. Gemeinsam mit Reiner Brämer, SWB-Fachbereichsleiter Vertrieb, vermittelte sie den richtigen Umgang mit der fahrbaren Gehhilfe im und am Bus.

Mehr Sicherheit für die Fahrgäste

„Wir möchten, dass mobilitätseingeschränkte Fahrgäste sicher und kundig unterwegs sind“, sagten die SWB-Fachleute. Fahrten mit Bus und Bahn ermöglichen gerade älteren Menschen einen höheren Aktionsradius und mehr Lebensqualität. Dazu sind ein paar Hinweise nötig.
 
„Lassen Sie sich Zeit. Hektik ist kein guter Kumpel und hilft im Endeffekt niemandem.“ Schlömer versprach an die Teilnehmerin Monika Sander gerichtet zudem: „Wir üben das, bis Ihnen der optimale Ablauf in Fleisch und Blut übergegangen ist“. Die 74-jährige Duidorferin folgte Schritt für Schritt den Anweisungen und hatte zahlreiche Aha-Erlebnisse. Was beim ersten Versuch noch anstrengte, erschien nach einigem Üben schon leicht. Neu war für sie die Entdeckung der Kippfunktion: „Bisher habe ich den Rollator immer hochgehoben.“ Nun wusste sie, dass das auch sonst im Alltag weder notwendig noch ratsam ist. 

Ein Knopf, der hilft

„Vorwärts rein und rückwärts raus aus dem Bus“ lautete die Devise, die auch die 94-jährige Rollator-Fahrerin Uta Kühn aus Dottendorf aufnahm. Zuverlässige Stütze beim Ein- und Aussteigen waren ihr die Türgriffe an den Flügeltouren der Busse zum sicheren Festhalten.

Physiotherapeutin Stefanie Fuhr aus Kessenich hatte ihre Patienten auf den Rollator-Tag aufmerksam gemacht und begleitete sie. Auch sie wurde zum ersten Mal auf die runden Knöpfe im und am Bus aufmerksam: „Auch wenn da ein Rollstuhl und ein Kinderwagen abgebildet sind, ist der auch für Menschen mit Rollator gedacht“, erklärte Schlömer: „So können Sie den Fahrer oder die Fahrerin auf sich aufmerksam machen.“ Ebenso wie Brämer appellierte sie: „Zögern Sie nicht, unserem Fahrpersonal mitzuteilen, wenn Sie Unterstützung benötigen."

Tipps für den Straßenverkehr

„Ich winke immer dem Fahrer oder der Fahrerin, wenn ich gut eingestiegen bin, und die winken auch immer freundlich zurück“, bekannte die 84-jährige Marie Hansen. Nach der Übungsphase nutzte sie auch die anderen Angebote beim Rollator-Tag. Am Stand des Reha-Zentrums Viersen wollte sie wissen, welche Räder für ihren Rollator die besten sind. Auch die Griffhöhe konnte sie sich dort einstellen lassen und rund ein Dutzend Rollator-Modelle vergleichen. Polizeibeamte informierten überdies, wie Rollator-Nutzende sich vor Diebstahl und anderen kriminellen Machenschaften schützen können und wie sie sich und ihr Gefährt im Straßenverkehr sichtbarer machen. Signalgelbe Bänder gab es gratis für den Nachhauseweg. (as,vj)

Zur Übersicht